Unser Engagement im Mosaik – Insel Lesbos

 

Im vergangenen Jahr 2017 haben wir uns im Vorstand von FKiN einmütig darauf geeinigt, dass wir uns als Verein für geflüchtete Kinder und Jugendliche engagieren wollen. Die Not vieler (in Deutschland und in anderen Ländern) liegt spürbar auf der Hand, und es ist uns ein Anliegen, auch angesichts der öffentlichen Diskussion zur Flüchtlingsfrage in Deutschland einen eindeutigen Standpunkt zu beziehen! Nach einigem Suchen sind wir fündig geworden und haben uns entschieden, uns in einer Flüchtlingsinitiative auf der Insel Lesbos zu engagieren.

 

Das Mosaik Support Center für Flüchtlinge ist ein Ort auf Lesbos, der Geflüchteten vor allem Sicherheit und die Erfahrung von Gemeinschaft und Solidarität, von Integration und Stärkung des Individuums ermöglichen und den Flüchtlingen helfen soll, ein Leben in Würde zu führen. Über 800 Hilfesuchende zwischen 4 und 89 Jahren, aus 20 verschiedenen Ländern, finden in Mosaik verlässliche Angebote in Rechtsberatung im Asylverfahren, Sprachkurse in Englisch, Griechisch, Arabisch und Farsi, Computerkurse, handwerkliches und künstlerisches Training, Upcycling Workshops, Musik, Tanz, Kinderbetreuung sowie kulturelle Veranstaltungen von Künstlern, Aktivisten und Gruppen aus der ganzen Welt.

 

Mosaik ist eine humanitäre Reaktion auf fehlende Entwicklungen und Antworten zur Verbesserung der Lage von Geflüchteten auf Lesbos. Es ist ein gemeinschaftliches Projekt von Lesvos Solidarity und borderline-europe. (Lesvos Solidarity ist eine lokale Aktivistengruppe, die ein offenes Flüchtlingscamp im Ex-PIKPA Gelände in Mytilini betreibt. Borderline-europe ist eine deutsche Menschenrechtsorganisation, die die Situation von Geflüchteten an den europäischen Außengrenzen beobachtet.) Beide Gruppen sind unabhängige Netzwerke, die angewiesen sind auf Unterstützung, Spenden und die Energie von freiwilligen Aktivisten, deren Arbeit auf der Überzeugung aufbaut, dass Solidarität die einzige angemessene Antwort auf die Flüchtlingskrise ist.)

 

Das Mosaik Support Center wird von Alice Kleinschmidt geleitet, die 
seit Jahren auf Lesbos lebt und arbeitet; mit ihr gab es im Februar
in Berlin eine persönliche Begegnung, ebenso mit Harald Gröde,
dem Vorsitzenden von borderline europe.
Im Oktober reisten vier Mitglieder des Vorstandes, Harald Fischer, 
Anette und Otmar Leibold sowie Christiane Conradi-Meyer für eine
Woche nach Lesbos, um das Mosaik und die dort mitarbeitenden
Menschen kennenzulernen. Die Reise war geprägt von sehr
eindrücklichen Begegnungen mit Menschen, die in der Arbeit mit
Geflüchteten engagiert sind, sei es im pädagogischen Bereich, im
Bereich von Seenotrettung, Menschenrechtsarbeit etc.
Nach den intensiven Gesprächen sind wir der festen Überzeugung, 
dass ein Engagement unseres Vereins bei Mosaik auf Lesbos genau
„passt“, dies sowohl zur humanitären Ausrichtung unserer Satzung,
als auch zu unseren personellen und finanziellen Kapazitäten.

 

Wie sieht unser Engagement konkret aus?

 

Der Verein trägt ab August 2018 im Mosaik Support Center folgende Projekte:

 

  • Musikunterricht (zum großen Teil Kinderchor: 20 Kinder zwischen 6-11
  • Sprachkurs (English und Griechisch: ca.20 Jugendliche zwischen 15-17)
  • PC-Kurse (ca. 15 Jugendliche zwischen 17-18)
  • Lehrer*innen-Honorare
  • Transportkosten (vom Lager Moria zu Mosaik und zurück)
  • Materialkosten
     

Der Verein hat in Form einer Rahmenvereinbarung seine Unterstützung für 2019 verbindlich zugesagt; der Vorstand prüft die Nachhaltigkeit des Engagements, dies auch im Rahmen eines weiteren Besuchs im Sommer 2019 auf Lesbos.

 

Heute, am 08. Januar 2019, erreichte uns folgende kurze Nachricht aus Lesbos:

Im Mosaik haben wir das Jahr mit Registrierungen von neuen Kursen begonnen. Am ersten Tag waren gleich 400 Menschen da , darunter rund 100 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Wir hoffen, dass wir fuer alle moeglichst schnell Angebote finden koennen. Eure Unterstuetzung ist also, ich kann es nicht oft genug sagen, genau richtig!!!!

Herzlichst, Alice.